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Plattformhändler aufgepasst: Ohne Bescheinigung nach §22f UStG droht der Ausschluss von Verkaufsplattformen

Marktplatzbetreiber wie eBay, Amazon und Co. fordern seit kurzer Zeit eine Bescheinigung nach §22f des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Ohne Vorlage einer solchen Bescheinigung ist ein Verkauf auf diversen Verkaufsplattformen nicht mehr möglich.

Worauf begründet sich die Forderung?

Seit dem 01.01.2019 gelten neue Aufzeichnungspflichten für Betreiber von elektronischen Markplätzen wie bspw. eBay und Amazon. Darüber hinaus werden Marktplatzanbieter bei nicht rechtmäßiger Abführung der Umsatzsteuer haftbar gemacht.

Aus diesem Grund wollen sich Marktplatzbetreiber absichern und fordern von ihren Plattformhändlern eine Bescheinigung über die rechtmäßige Abführung der Umsatzsteuer.

Die Vorteile des §22f UStG

Mit Hilfe des neuen Gesetzes sollen künftig Umsatzsteuerausfälle und -betrug im E-Commerce entgegengewirkt werden.

Markplatzhändler, die bislang nicht rechtskonform ihre Umsatzsteuer abgeführt haben, werden künftig entweder vom jeweiligen Marktplatz entfernt oder müssen ebenfalls der geltenden Umsatzsteuerpflicht nachkommen. Dementsprechend werden sich die Preise an die der steuerehrlichen Händler anpassen. Daraus folgt ein fairer Wettbewerb für alle Plattformhändler.

Wer muss künftig eine Bescheinigung einreichen?

Alle Händler, die auf elektronischen Markplätzen wie eBay, Amazon, etsy und Co. ihre Ware zum Kauf anbieten, werden künftig entsprechende Bescheinigungen vorlegen müssen. Bieten sie ihre Ware ausschließlich auf dem eigenen Online-Shop an, sind sie davon nicht betroffen.

Warum sollten Sie als Verkäufer der Aufforderung nachkommen?

Damit Sie von den Marktplatzbetreibern nicht ausgeschlossen werden, sollten Sie unbedingt eine „Bescheinigung über die Erfassung als Steuerpflichtiger (Unternehmer) im Sinne von § 22f Abs. 1 Satz 2 UStG" vorlegen.

Mit dieser Bescheinigung können Sie als Plattformhändler die steuerliche Registrierung nachweisen.

Stellen Sie einen Antrag!

Eine Bescheinigung erhält nur, wer einen Antrag bei dem zuständigen Finanzamt stellt.

Für Unternehmer/innen, die ihren Wohnsitz, Sitz der Firma oder den Sitz der Geschäftsleitung außerhalb Deutschlands haben, ist die Zuständigkeit nach den Regelungen der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung zu beachten.

Fristen

Plattformhändler sollten in jedem Fall die gesetzten Fristen der Markplatzbetreiber beachten. eBay beispielsweise setzt deutschen Händlern eine Frist bis zum 01.10.2019. Wer bis dahin die entsprechende Bescheinigung nicht vorgelegt hat, muss mit Konsequenzen rechnen.

Fazit

Wenn Sie Ware auf Markplätzen wie Amazon oder eBay verkaufen, sollten Sie rechtzeitig eine entsprechende Bescheinigung nach §22f UStG vorlegen. Andernfalls droht Ihnen der Ausschluss von den elektronischen Marktplätzen.

Tipp von VARIO

Kümmern Sie sich möglichst schnell um eine entsprechende Bescheinigung. Aufgrund der erhöhten Nachfrage ist mit längeren Bearbeitungszeiten bei den Finanzämtern zu rechnen. Wie eine solche Bescheinigung auszusehen hat und welche Regelungen gelten, erfahren Sie bei dem Bundesministerium für Finanzen.
Bloginfo

27. Juni 2019

Marie-Sophie Schmidt