Make or buy (MOB)

„Make-or-Buy“ bezeichnet nichts anderes als die Entscheidung über die Eigenfertigung oder den Fremdbezug eines Erzeugnisses.

Bei der Begrifflichkeit „Make or Buy“ handelt es sich um eine englische Bezeichnung, die sich leicht ins Deutsche übersetzen lässt.

Während sich „Make“ in diesem Zusammenhang auf die Eigenproduktion bezieht und ins Deutsche übersetzt „machen“ oder „produzieren“ bedeutet, handelt es sich bei „Buy“ um die Produktion eines Produkts bei einem externen Hersteller, welches das Unternehmen anschließend als fertiges Erzeugnis einkauft.

Bei Make or buy handelt es sich in jedem Fall um die Managementfrage, ob ein Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung selbst herstellen oder kaufen soll.

Sowohl die Eigenfertigung als auch der Fremdbezug stellen einen zentralen Faktor in der betrieblichen Wertschöpfungskette dar.
Grafik: Make-or-Buy Vergleich



Wovon in die „Make-or-Buy-Entscheidung” abgängig?


Wirtschaftliche, technische, organisatorische und strategische Faktoren beeinflussen Make-or-Buy-Entscheidungen.

Folgende Kriterien gilt es dabei zu berücksichtigen:
  • Kosten
  • Aufwand bei der Definition von Lastenheften
  • Erwartete Qualität des Produktes
  • Support während der Anwendung
  • Personaleinsatz
  • Opportunitätskosten
  • Chancen
  • Risiken
  • Abhängigkeiten
  • Freiheiten
  • Verfügbare Kapazitäten

Operative vs. strategische Make-or-Buy-Entscheidungen


Make or buy Entscheidungen können sowohl operativ als auch strategisch sein. Während operative Make-or-Buy-Entscheidungen auf kurzfristige und kostenorientiere Vorteile abzielt, stellt die strategische Make-or-Buy-Entscheidung langfristige Vorteile in den Fokus.

Strategische Entscheidungen nehmen eine wichtigere Rolle ein, sind jedoch auch bedeutend komplexer als operative Entscheidungen. Das Kerngeschäft steht in jedem Fall im Zentrum der strategischen Entscheidungen.


Welche Vorteile und Nachteile ergeben sich durch die Eigenfertigung ("Make")?


Die Vorteile reichen von geringen Logistikkosten über kurze Kommunikationswege bis hin zu flexiblen Produktionsprozessen.

Die Vorteile von Make im Überblick:
  • Flexible Produktionsprozesse
  • Unabhängigkeit von Zulieferern
  • Geringe Logistikkosten
  • Firmen Know-how wird geschützt
  • Schutz von Betriebsgeheimnissen
  • Kurze Kommunikationswege
  • Geringer Koordinationsaufwand
  • Horizonterweiterung
Auch in diesem Fall, sollten beide Seiten der Medaille betrachtet werden. Trotz der vielen Vorteile von Make, sind auch Nachteile mit der Eigenfertigung verbunden:

Die Nachteile von Make im Überblick:
  • Kostenintensive Prozesse
  • Erweiterung von Fachwissen ist nicht nur zeit- sondern auch kostenintensiv
  • Erhöhte Lagerkosten
  • Materielle Anschaffungen

Inwieweit unterscheiden sich Make-or-Buy und Outsourcing?


Während sich Make-or-Buy-Entscheidungen im Wesentlichen auf die Eigenfertigung und den Fremdbezug bezieht und somit den Herstellungsprozess in das Zentrum der Entscheidung stellt, stehen bei Outsourcing-Entscheidung vor allem Prozesse und Leistungen wie bspw. das Schreiben von Rechnungen, also Prozesse, die das Unternehmen bis dato selbst durchgeführt hat, im Mittelpunkt.

Insourcing umfasst die Entscheidung, ob zuvor ausgegliederte Aufgaben, Prozesse, Entwicklungen oder ganze Unternehmensbereiche nach einer zuvor stattgefundenen Ausgliederung, wieder eingegliedert werden sollen.


Die Make-or-Buy-Analyse


Grundsätzlich gilt: Ein Unternehmen sollte nur das herstellen, was es besser kann als andere und eine Produktion sollte nicht an ein anderes Unternehmen abgegeben werden, welche ein Unternehmen selbst erbringen kann.

Jede Entscheidung sollte unbedingt auf einer Grundlage basieren. Kosten, Qualität, Zeit, Ressourcen und das Abwägen von möglichen Risiken sollten vor jeder Entscheidung genau analysiert werden.

Die Definition von standardisierten Unternehmensprozessen hilft, objektive Kriterien in die Entscheidung mit einfließen zu lassen und im Interesse des Unternehmens zu handeln.

Es empfiehlt sich, das zugrunde liegende Projekt oder entsprechende Teilaufgaben im Unternehmen intensiv zu analysieren.

Folgende Kriterien sollten dabei berücksichtigt werden:
  • Kosten: Zur tatsächlichen Verringerung der Kosten sind Zeitraum und Organisationseinheit unbedingt zu berücksichtigen. Die Reduzierung der Fixkosten spielen dabei ebenso eine Rolle wie die geringe Kapitalbildung im Unternehmen. Haben sie noch ausreichend Kapazitäten zur Verfügung oder könnten Produktionsengpässe zu Umsatzeinbußen führen?
  • Qualität: Können Projektkriterien und die festgelegte Qualität erfüllt werden? Qualitätssicherung und -verbesserung kann immer dann optimal im Auge behalten werden, wenn sich ein Unternehmen auch weiterhin auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.
  • Zieldefinition: Die Zieldefinition steht am Anfang einer jeden Make-or-Buy-Analyse. Ist-Definition und Soll-Definition sind genau zu definieren. Die Zieldefinition stellt die Grundlage aller genannten Kriterien.
  • Zeit: Der Terminplan eines Projektes ist immer im Blick zu behalten und mit dem Projektablauf abzugleichen. Verschafft es einem Unternehmen mehr Flexibilität ein Produkt dazu zu kaufen oder ist die Eigenabwicklung schneller und effizienter möglich? Lieferzeiten und etwaige Genehmigungsverfahren gilt es zu berücksichtigen.
  • Ressourcen: Diese Analyse nimmt die Ressourcen ins Zentrum der Betrachtung. Stehen ausreichend Ressourcen zur Verfügung? Falls ja, kann die Eigenleistung realistisch zu erbringen sein. Der Zugang zu benötigten Technologien spielt dabei ebenso eine Rolle wie das erforderliche Fachwissen und der Zugang zu vorhandenem Know-how.
  • Personal: Sind ausreichend Mitarbeiter/innen für die Eigenfertigung vorhanden? Kosten und Fachwissen sind hier ebenfalls unbedingt abzuwägen.
  • Lieferanten: Benötigt werden verlässliche und vertrauenswürdige Lieferanten. Es muss sichergestellt werden, dass sensible Daten nicht nach außen gelangen und verantwortungsvoll mit ihnen umgegangen wird.
  • Imageverbesserung und Risiken: Alles aus einer Hand, die Qualität und Produktionsverfahren im Blick oder Fremdfertigung und evtl. noch bessere Qualität aber dafür etwaige Lieferausfälle? Make or buy: beides hat seine Vor- und Nachteile. Diese gilt es abzuwägen.

Make-or-Buy (MOB) - kurz und knapp erklärt


Bei Make-or-Buy handelt es sich um die Managementfrage, ob ein Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung selbst herstellen/erbringen oder (dazu)kaufen soll.

Make-or-Buy-Entscheidungen werden von wirtschaftlichen, technologischen, organisatorischen und strategischen Faktoren beeinflussen und können sowohl strategisch als auch operativ vonstatten gehen.




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