Factoring

Factoring ist eine von Unternehmen genutzte Finanzierungsalternative. Dabei verkauft ein Unternehmen (Factoringnehmer/Factoringkunde) seine Forderungen an ein Factoringunternehmen (Factor) und steigert seine Liquidität kurzfristig.


Wie genau funktioniert Factoring?


In sechs Schritten das Factoring-Geschäft verstehen:

  1. Ein Unternehmen stellt eine Forderung an einen Kunden. In diesem Fall hat der Kunde (Debitor) bereits eine Lieferung oder Leistung vom Unternehmen erhalten jedoch noch kein Geld an das Unternehmen bezahlt. Für das bevorstehende Factoring ist es notwendig, dass die Forderung existiert und an den Factor abtretbar ist. Nur dann ist ein Verkauf der Forderung rechtsbeständig. Dies wird auch als Verität bezeichnet.
  2. Das Unternehmen braucht das Geld unter Umständen schneller als geplant und verkauft die Forderung daraufhin an ein Factoringunternehmen (Factor). Der Factoringnehmer erhält dadurch schneller sein Geld. Mit dem Verkauf der Forderung geht das Debitorenmanagement an den Factor über. Der Factor ist daraufhin Eigentümer der offenen Forderung und verantwortlich für dessen Leistung.
  3. Bevor der Factor allerdings die Forderung vom Factoringnehmer abkauft, prüft dieser die Bonität des Debitors.
  4. Nach Abtretung der Forderung erhält das Unternehmen 80-90% der Bruttoanforderung vom Factor. Das Unternehmen steigert somit unmittelbar seine Liquidität. Unabhängig von der Bonität des Kunden kann das Unternehmen die Erhöhung der Eigenkapitalquote durch das Factoring erhöhen.
  5. Der Debitor hat seine Verbindlichkeit nun gegenüber dem Factor zu begleichen. Der Factor tritt also an den Debitor heran und bringt die ausstehende Forderung ein.
  6. Die ausstehenden 10-20% der Forderungssumme überweist der Factor dem Unternehmen, nachdem die Forderung erfolgreich vom Debitor erbracht wurde.
Funktionsweise des Factorings


Welche Leistungen stellt der Factor dem Factoringnehmer zur Verfügung?


Der Factor zahlt dem Factoringnehmer in erste Linie den Forderungsgegenwert. Beispielsweise zahlt der Factor nach dem Verkauf der Forderung direkt 80% des Forderungsgegenwerts und die restlichen 20%, nachdem der Abnehmer die Forderung beglichen hat.

Darüber hinaus erfüllt der Factor eine sogenannte Delkredere-Funktion. Hierbei übernimmt der Factor das Risiko bei Zahlungsausfällen. Aus diesem Grund findet eine Bonitätsprüfung des Abnehmers von Seiten des Factors statt. Ebenfalls zu den Leistungen des Factors gehört die Dienstleistungsfunktion. Diese umfasst sowohl das Debitorenmanagement als auch die Prüfung der Bonität der Abnehmer.


Leistungen des Factors im Überblick

  • Zahlung des Forderungsgegenwertes
  • Delkredere-Funktion
  • Dienstleistungsfunktion

Welche Factoring-Arten gibt es?


Der übersichtlichkeitshalber, werden nur die gängigsten Factoring-Arten aufgeführt:
  • Standard-Factoring: Factor übernimmt Finanzierungsfunktion, Delkrederefunktion und Debitorenmanagement
  • Inhouse-Factoring: Factor übernimmt Finanzierungs- und Delkrederefunktion
  • Fälligkeitsfactoring: Factor übernimmt lediglich Debitorenmanagement und Delkrederefunktion

Was kostet Factoring?


Es ist kaum verwunderlich, dass auch das Factoringunternehmen Geld verdienen muss. Daher stellt sich dem ein oder anderen sicher die Frage: Was kostet Factoring?

Die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Anbieter ist nicht kostenlos und es fallen je nach Art und Umfang der veräußerten Forderung unterschiedliche Kosten an.

In der Regel zahlt ein Unternehmen, welches eine Forderung an eine Factoring-Gesellschaft verkauft, eine „pauschale“ Factoringgebühr. Im Gegenzug übernimmt die Factoring-Gesellschaft das gesamte Rechnungsmanagement (inklusive Rechnungsausfallrisiko sowie Mahn- und Inkassowesen).

Die Factoring Kosten werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört das Rating des Unternehmens über den Umsatz genauso wie die Anzahl und Qualität der Debitoren.


Welche Vorteile ergeben sich durch Factoring?


Für Unternehmen, die für die Finanzierung auf Factoring zurückgreifen, ergeben sich folgende Vorteile:
  • Auslagerung des Debitorenmanagement (Mahn- und Rechnungswesen)
  • Stärkung der Bonität
  • Konzentration auf die Kernkompetenz des Unternehmens
  • Erhöhung der Liquidität und verbesserte Wettbewerbsposition
  • Ausfallsrisiken werden reduziert
  • Verbesserte Bilanz
  • Erhöhung der Planungssicherheit

Für welche Branchen eignet sich Factoring?

  • IT und Telekommunikation
  • Healthcare
  • Textilindustrie
  • Spedition und Logistik
  • Ernährungsindustrie
  • Chemie
  • Holzindustrie
  • Maschinenbau
  • Großhandel und Handelsvermittlung
  • Elektronik
  • Zahnärzte
  • Metallverarbeitung

Factoring im VARIO Warenwirtschaftssystem abbilden


In unserem Warenwirtschaftssystem können Sie das Factoring-Handling abbilden. Sie können festlegen, ob generell alle Forderungen eines bestimmten Kunden an die Factoring abgegeben werden soll, oder nur bestimmte Forderungen. Die entsprechenden Rechnungen können Sie dann per Stapel an die Factoring-Bank übergeben. Die Rückmeldungen bzw. das Zahlungsprotokoll des Factoring-Unternehmens können Sie wiederum in die VARIO Warenwirtschaft importieren. Damit werden die Offenen Posten der Rechnungen ausgeglichen und die Factoring-Gebühr kann entsprechend verbucht werden.




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